Umsatz

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Umsatz - Definition und ErklärungJeder Existenzgründer begegnet zwangsläufig einigen Begriffen aus der Finanzsprache, von denen wohl der Begriff „Umsatz“ zu den wichtigsten zählt. Ob bei der Bank, bei Unternehmensberatern oder im Bekanntenkreis – überall wird nach dem Umsatz gefragt. Doch erschließt sich dem Nichtfachkundigen nicht auf den ersten Blick, was sich hinter diesem Begriff verbirgt.

Besondere Bedeutung des Umsatzes

Der Umsatz ist vor allem deswegen so wichtig, weil sich unter anderem der entscheidende Gewinn davon ableiten lässt. Durch den Gewinn zeigt das Unternehmen, wie erfolgreich es letzten Endes ist.

Hier stellt sich die Frage, wieso dann nicht von vornherein allein der Gewinn betrachtet wird. Tatsächlich ist der Umsatz in einer Vielzahl der Fälle aussagekräftiger als der Gewinn, da bei letzterem auch einmalige Ereignisse starke Auswirkung haben können.

Ganz wesentlich beeinflusst der Umsatz den Cashflow eines Unternehmens. Eingenommenes Geld kann wieder investiert (siehe Artikel Investment im Lexikon) werden und dient der Finanzierung von Anschaffungen und neuen Projekten. Würde man nur auf den Gewinn eines Unternehmens gucken (und nicht auch gleichzeitig auf dessen Umsatz), so würde man ein falsches Bild von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens bekommen. Viele Große und bekannte Unternehmen (mit Milliardenumsätzen) investieren den kompletten Umsatz ins Wachstum. Diese Unternehmen machen wenig Gewinn oder sogar Verlust, was aber den Wert der Unternehmung natürlich nicht schmälert. Aus diesem Grund muss der Umsatz immer als wichtige Kennzahl mit betrachtet werden. Ein reiner Blick auf Gewinn, Kosten und auf den Gewinn / EBIT des Unternehmens ist nicht ausreichend!

Definition des Umsatzes

Der Umsatz ist definiert als Absatzmenge multipliziert mit dem Preis. Weder Personal- noch Einzel- noch Gemein- noch sonstige Kosten sind folglich Bestandteile des Umsatzes, die aber wiederum für den Gewinn mitentscheidend sind. Daher ist auch eine Erfolgswirkung im Falle eines Umsatzes nur eingeschränkt abzulesen.

Der Umsatz ist jedoch vor allem deshalb ein starker Indikator nachhaltigen Erfolgs, da er im Vergleich mit dem Gewinn im Zweifel als stabilere Größe gilt. Der Gewinn kann durch unvorhergesehene bzw. außergewöhnliche Ereignisse wie beispielsweise dem Verkauf von Anlagevermögen deutlich vom Durchschnitt abweichen. Der Umsatz jedoch baut sich langfristig durch eine gewisse Kundenloyalität und dem Preis auf. Der Preis bleibt in der Regel in den meisten Fällen über längere Zeit stabil. Es ist weiterhin meistens ungleich schwerer, den Umsatz zu erhöhen als Kosten zu kürzen, da der Kundenbindungsprozess erfahrungsgemäß langfristig erfolgen muss.

Mehr Umsatz machenAus diesen Gründen wird bei der Ermittlung eines Werts für das Unternehmen in großem Ausmaß der Umsatz betrachtet und auch bei der Darlehensvergabe (siehe Fremdkapital und Unternehmerkredit im Lexikon) spielt der Umsatz eine besondere Rolle. Landläufig bemisst man sogar die Größe eines Unternehmens nicht in erster Linie am Gewinn oder an der Anzahl der Mitarbeiter, sondern tatsächlich am Umsatz.

Erhöhung des Umsatzes

Für Jungunternehmer stellt sich daher die berechtigte Frage, wie der Umsatz möglichst erhöht werden kann. Diesem Thema widmet sich ein gesamter Teilbereich der BWL, nämlich das Marketing. Marketingkosten auf der anderen Seite schlagen sich wie oben ausgeführt im Gewinn negativ nieder.

Siehe hierzu die Artikel regionales Marketing und Kommunikationspolitik Marketing im Lexikon.

Preispolitik

Preispolitik MarketingNeben der verkauften Menge ist der Preis der verkauften Güter der zweite große Faktor des Umsatzes. Sollte dieser erhöht werden, steigert sich der Umsatz nicht unbedingt. Denn in der Regel werden durch einen höheren Preis Kunden abgestoßen und eine klare Auswirkung auf den Umsatz kann nicht vorhergesagt werden. Teilweise hat der Unternehmer in Feldexperimenten zu ermitteln, wie sich Veränderungen des Preises auf den Umsatz auswirken.

Hierzu bestehen in der wirtschaftswissenschafrlichen Theorie ferner Preis-Absatz-Funktionen, bei denen der Absatz sich in Abhängigkeit des jeweiligen Preises bestimmt. Hierbei ist zwischen verschiedenen Modellen zu unterscheiden, wozu Monopol, Polypol, Oligopol etc. zählen. In der Praxis wird vermutlich das Polypol – das heißt der Wettbewerbsmarkt – das realistischste Modell ergeben. Unter Auswertung verfügbarer Daten kann der Unternehmer eine entsprechende Preis-Absatz-Funktion ermitteln, auf sein Unternehmen anwenden und den umsatzmaximierenden Preis ermitteln.

Umsatz: Brutto- und Nettoerlös

In der Praxis wird ferner zwischen Brutto- und Nettoerlös unterschieden. Beim Bruttoerlös sind Material- und Personalkosten (inkl. Lohnnenbenkosten) noch nicht abgezogen, beim Nettoerlös hingegen schon. Beide Größen sollten vom Unternehmer erstellt werden, da beide einen guten Überblick über das entsprechende Unternehmen vermitteln.

Buchungstechnische Details des Umsatzes

Umsatzsteuer - Keywordcloud, VorsteuerLetzten Endes hat der Unternehmer den Umsatz auch noch buchungstechnisch korrekt zu behandeln. Im betrieblichen Rechnungswesen ist der Umsatz auf Umsatzerlöse zu buchen. Es ist ferner Umsatzsteuer zu berücksichtigen, was nur auf den ersten Blick trivial erscheint. Einerseits gibt es in der Umsatzsteuer zwei Steuersätze – 7 und 19 Prozent –, von denen ersterer vor allem bei Nahrungsmitteln und Belletristikgütern zum Tragen kommt. Bei der Verbuchung des Umsatzes ist daher auf diese Feinheit zu achten.

Ein weiterer steuerrechtlich interessanter Aspekt liegt darin, dass Marketingaufwendungen sofort steuerrechtlich als Betriebsausgaben abzugsfähig sind und somit den steuerrechtlichen Gewinn sofort in der entsprechenden Periode mindern.

Zur buchhalterischen Bedeutung des Umsatz empfehlen wir auch unsere Artikel: Umsatzsteuerzahllast, Umsatzsteuervorauszahlung und Umsatzsteuervoranmeldung.

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