Börsengang

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Wie kommt ein Unternehmen an die Börse?

Wie kommt ein Unternehmen an die Börse?Ein Wachstum kann man entweder aus Eigen- oder aus Fremdkapital finanzieren. Bei Eigenkapital handelt es sich um Geld, das aus laufenden Gewinnen entsteht oder direkt aus der Tasche des Eigentümers kommt. Handelt es sich um Fremdkapital, so mag das mitunter ein Darlehen einer Bank sein.

Stellt die Bank ein Darlehen zur Verfügung, so liegt a) keine Beteiligung am Unternehmen vor und b) hat die Bank auch kein Mitspracherecht. Die Bank bekommt für die Überlassung des Kapitals Zinszahlungen. Neben der Tilgung des Kredits werden also auch Zinsen bezahlt, sodass die Bank nach Ende der Laufzeit mehr Geld bekommt, als sie überhaupt zur Verfügung gestellt hat. Dabei ist es der Bank egal, ob sich das Unternehmen in einer wirtschaftlich guten oder schwierigen Lage befindet – die Kreditrate ist immer zum vereinbarten Zeitraum zu bezahlen und der Kredit sodann mit Ende der Laufzeit zu tilgen.

Vor Jahren waren Kredite für Unternehmen noch relativ leicht zu bekommen. Doch nun gibt es derart viele regulatorische Auflagen, dass die Banken viel zurückhaltender geworden sind. Das ist auch der Grund, warum es immer mehr Unternehmen gibt, die sich gegen einen Bankkredit und für den Börsengang entscheiden.

Aktionäre sind Miteigentümer

Kapital? Börsengang!Haben die Verantwortlichen die Entscheidung getroffen und möchte das Unternehmen an die Börse bringen, so spricht man von einem „initial public offering“ – kurz: IPO. Das heißt, das Eigenkapital wird sodann in gleichgroße Anteile aufgeteilt. Hier spricht man von Aktien. Doch bevor ein Börsengang erfolgt, muss das Unternehmen noch zu einer Aktiengesellschaft werden.

Ein Teil der Aktien wird bereits im Zuge des Börsengangs ausgegeben. Anleger, die Aktien kaufen, werden somit in weiterer Folge zu Miteigentümern.

Wie entsteht der Aktienpreis?

Der Aktienpreis hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einen starken Einfluss haben der geschätzte Unternehmenswert sowie die aktuelle Marktlage. Mitunter kann man sich für das Festpreisverfahren entscheiden. Hier werden die Aktien zu Beginn zu einem Fixpreis angeboten.

Verzichtet man auf das Festpreisverfahren, so kommt in der Regel das Auktions- oder Bookbuilding-Verfahren zur Anwendung. Hier wird eine Preisspanne festgelegt, die Auskunft über den Minimum- sowie den Maximumpreis gibt. Die Investoren müssen dann im Rahmen der Auktion bekanntgeben, wie viel sie für die Aktie maximal bezahlen würden. Der Emissionskurs bildet sich sodann aus dem Durchschnitt der Gebote. Somit soll ein fairer Preis entstehen.

Es mag aber gar nicht so einfach sein, gleich bei einem Börsengang Aktien kaufen zu können. Denn in vielen Fällen sind die Emissionen überzeichnet – das bedeutet, dass es zu wenige Aktien gibt, um die Nachfrage zu decken. In diesem Fall legen die Banken des Konsortiums eine Zuteilung mit dem Unternehmen fest, damit alle Anleger eine halbwegs faire Behandlung erleben.

Da der Aktionär ein Miteigentümer ist, darf er sich über Unternehmensgewinne freuen – denn Gewinne haben nicht nur einen Einfluss auf den Aktienkurs, sondern auch auf die jährliche Dividende. Dabei handelt es sich um die Gewinnbeteiligung. Des Weiteren hat der Aktionär ein Stimmrecht im Zuge der jährlich stattfindenden Hauptversammlung. Das heißt, man entscheidet darüber, aus welchen Personen sich der Vorstand zusammensetzt oder wie der Gewinn verwendet werden soll.

Ein Börsengang bringt Vor- wie Nachteile

Börsengang - AktienEntscheidet sich das Unternehmen für den Börsengang, so gibt es nicht nur einen generellen Zugang zum Kapitalmarkt. Ein Börsengang sorgt etwa für eine Steigerung des Bekanntheitsgrades, vereinfacht die Unternehmensnachfolge und ermöglicht die Kapitalbeteiligung des Managements sowie der Mitarbeiter. Doch der Börsengang verspricht natürlich nicht nur Sonnenseiten. Zu Beginn stehen hier etwa die Kosten im Mittelpunkt: Ein Börsengang kann nämlich rund 10 Prozent des Emissionsvolumens verschlingen.

Des Weiteren stehen fortlaufende Kosten im Raum – dazu gehören etwa die Börsengebühren. Zudem muss man die Investoren betreuen und Hauptversammlungen durchführen. Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen.

Die Börse mag für ein Unternehmen also eine interessante wie vielversprechende Möglichkeit darstellen. Jedoch sollte man nicht nur einen Blick auf die Vorteile werfen, sondern auch die Risiken wie Gefahren kennen.

Dasselbe gilt natürlich auch für die Aktionäre. Denn selbst bei vielversprechenden Aktiengesellschaften geht der Aktienkurs nicht immer nur steil nach oben.

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