Investment

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Investment im UnternehmerlexikonDer Begriff Investment – deutsch: Investition – bezeichnet die Verwendung finanzieller Mittel um das Privat- oder Geschäftsvermögen durch Erträge zu steigern. Zum Investment gehört die Verwendung finanzieller Mittel sowohl für den Erwerb von Geld- als auch von Sachanlagen.

Investments werden in der Regel nach ihrem Gegenstand in Sachinvestments, immaterielle Investments (Lizenzen, Rechte) und finanzielle Investments klassifiziert. Aber auch eine Unterscheidung nach dem Zweck ist möglich. So können Gründungs- und Ersatzinvestitionen unterschieden werden. Desinvestitionen hingegen stellen die Freisetzung von Geldmitteln aus der Rückgabe von Wertpapieren oder dem Verkauf von Sachanlagen dar.

Volkswirtschaftliche Betrachtung

Volkswirtschaften investieren in der Regel in Sachanlagen für die Güterproduktion, die langfristig auch die Kapitalausstattung einer Volkswirtschaft verbessert. Das Wachstum einer Volkswirtschaft wird durch Nettoinvestments – das heißt die reine Investition in neue Produktionsanlagen – und die Vergabe von Privatkrediten gefördert, Reinvestments dienen dazu, Produktionsanlagen auf dem Stand der Technik zu halten. Investments in Unternehmensbeteiligungen im Ausland werden als Direktinvestitionen bezeichnet und stellen eine Form des Kapitalexports dar. Je nachdem ob das Investment von einer staatlichen oder einer privaten Organisation ausgeübt wird, unterscheidet man zwischen öffentlichen und privaten Investitionen.

Investitionen stellen das Bindeglied zwischen Konjunktur und Wachstum dar: Das volkswirtschaftlich angestrebte Ziel von Investments dient der Ausdehnung der Produktion und der Schaffung von Arbeitsplätzen, die wiederum zu einer Erhöhung des Einkommens und damit der Erhöhung der Güternachfrage führen. So dienen gezielte Investments in Zeiten eines konjunkturellen Abschwungs (siehe Rezession im Unternehmerlexikon) zur Belebung der Wirtschaft und zur Schaffung oder Erhaltung von Arbeitsplätzen. Eine gängige Praxis sind hierbei Investitionsförderungen im Sinne von staatlichen Zuschüssen.

Der Anteil von Investitionen am Bruttoinlandsprodukt einer Volkswirtschaft wird durch die Investitionsquote (Bruttoanlageinvestitionen in Relation zum Bruttoinlandsprodukt) bestimmt. Eine Mindest-Investitionsquote ist Voraussetzung für ein langfristiges Wirtschaftswachstum.

Betriebswirtschaftliche Betrachtung

Wesentlichen Einfluss auf die Güte des Investments und die Bereitschaft der Investoren, sich auf ein Investment einzulassen, haben der zu erwartende Zins, die Zukunftserwartungen an die Investition und die aus dem Geschäft erzielbaren laufenden Einnahmen.

Investitionsrechnung

Zur Bestimmung der Güte eines Investments stellt die Investitionsrechnung verschiedene Methoden bereit. Sie ist die Hauptentscheidungshilfe bei der Bewertung anstehender Investments.

Statische Investitionsrechenverfahren

Investition bzw. Investment: Die RenditeStatische Verfahren der Investitionsrechnung fußen auf der Definition, dass ein Investment die Überführung von Zahlungsmitteln in Sach- oder Finanzwerte darstellt. Somit nähern sich statische Investitionsrechnungsverfahren der Beurteilung eines Investments über Durchschnittswerte. Hierzu gehören die Kostenvergleichsrechnung, die Gewinnvergleichsrechnung (siehe auch Benchmarking und EBIT im Lexikon) oder auch die Amortisationsrechnung (siehe hierzu Artikel Amortisation im Unternehmerlexikon), die bewertet, nach welchem Zeitraum die ursprünglichen Ausgaben für das Investment durch Einnahmen gedeckt worden sein werden. Auch die MAPI-Methode und die Rentabilitätsrechnung (siehe Artikel Rentabilität im Lexikon) stellen Investitionsrechnungen nach statischen Verfahren dar. Die Berechnung des ROI – Return on Investment – stellt eines der verbreitetsten Verfahren dar, um mit relativ wenig Aufwand den Erfolg eines Investments zu bewerten.

Return on Investment

Die Kennzahl ROI bewertet den Gewinn aus einem Investment im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Sie wurde bereits im Jahr 1919 von Donaldson Brown entwickelt und stellt die Spitzenkennzahl des Du-Pont-Schemas dar, die sich aus der Multiplikation von Umsatzrendite und Kapitalumschlag definiert. Für eine genaue Betrachtung der Rückflüsse aus der Investitionsentscheidung werden bei der Berechnung des ROI noch die Fremdkapitalzinsen (siehe Artikel Fremdkapital im Unternehmerlexikon) und der persönliche Steuersatz berücksichtigt.

Beispiel:
Die Berechnung des Return on Investment unter Berücksichtigung von Fremdkapitalzinsen und Steuerersparnis erfolgt nach der Formel:
RoI = (((Gewinn + ((Zinsaufwand für das eingesetzte Fremdkapital x (1 – Steuersatz)) / Gesamtkapital)))

Dynamische Verfahren

Investition, Dynamische Berechnung : InvestitionsrechnungBei den dynamischen Verfahren wird der für das Investment aufgewendete Barwert den Einnahmen in späteren Perioden gegenübergestellt. Damit stellt die dynamische Investitionsrechnung auf die Betrachtung einer Investition als Zahlungsstrom aller Einzahlungen und Auszahlungen ab. Es gilt dabei der Grundsatz, dass heute verfügbares Geld dem später verfügbaren Geld vorzuziehen ist. Zu den dynamischen Verfahren für die Beurteilung eines Investments zählen die Kapitalwertmethode oder auch die Methode des internen Zinsfußes, die Annuitätenmethode, die dynamische Amortisationsrechnung oder die Ermittlung der Messgröße „Economic Value Added“, die die Kapitalerlöse nach Abzug der Kapitalkosten betrachtet.

Schließlich lassen sich Investments auch mit Hilfe von vollständigen Finanzplänen bewerten. Die Methode hat wieder den Vorteil, dass nicht nur der Anfangswert oder Barwert und der Endwert der Investition betrachtet werden, sondern auch Zinsen und Steuern genau berechnet werden, die einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit eines Investments haben.

Entscheidungen unter Unsicherheit

Der Erfolg eines Investments kann jedoch stets erst in der Zukunft bewertet werden, daher erfolgen Entscheidungen für ein Investment stets unter Unsicherheit. Je nach Kapitalintensität und der Langfristigkeit der Kapitalbindung unterliegen Investments einem höheren oder geringeren Risiko. Nicht immer sind nur wirtschaftliche Faktoren für den Erfolg eines Investments ausschlaggebend. Unterschiedliche Informationsstände und auch psychologische Faktoren haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Entwicklung der Märkte und Börsenkurse.

Um Entscheidungen unter Unsicherheit auf eine sicherere Basis zu stellen, wurden ebenfalls verschiedene betriebswirtschaftliche Methoden erforscht. Sie stellen ein Teilgebiet der Entscheidungstheorie dar. In der Regel wird bei Entscheidungen unter Risiko oder unter Unsicherheit auf die Berechnung verschiedener Erwartungswerte abgestellt.

Tipp: Lesen Sie ergänzend die Artikel Private Equity und Buy-Out im Lexikon.

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