Schuldnerberater werden

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Schuldnerberater
Schuldnerberater sind für viele Ratsuchende die letzte Rettung

Als Schuldnerberater arbeitet man zusammen mit den Ratsuchenden an Problemen, die durch unbeglichene Zahlungsverpflichtungen der Zahlungsschwierigkeiten entstehen. Schuldnerberater ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Schuldnerberater werden kann man nicht über einen vorgeschriebenen Ausbildungsweg. Der Weg zum Schuldnerberater führt über spezielle Fortbildungen, die auf die Arbeit vorbereiten und in denen die nötigen Rechtsgrundlagen, Wissen zum Thema Haushaltsführung ebenso wie notwendige sozialpädagogische Ansätze vermittelt werden. Auch wer bereits als Schuldnerberater tätig ist, muss sein Wissen immer wieder auf den neuesten Stand bringen und sich vor allem über die aktuellen Rechtsgrundlagen auf dem Laufenden halten.

Schuldnerberater werden – Staatliche Anerkennung

Der Begriff der staatlichen Anerkennung, der oft im Zusammenhang mit Schuldnerberatung verwendet wird, kann leicht in die Irre führen. Denn es gibt keine Mindestqualifikation für einen Schuldnerberater. Die staatliche Anerkennung bezieht sich einzig darauf, dafür berechtigt zu sein, eine Bescheinigung über die Erfolglosigkeit eines vorgeschriebenen außergerichtlichen Einigungsversuchs im Rahmen eines Verbraucherinsolvenzverfahrens auszustellen.

Schuldnerberater werden – Berufsprofil

Viele Menschen haben Schulden – sei es der Autokredit, der Kredit fürs Eigenheim, der Fernseher, der in Raten abbezahlt wird oder allein die Nutzung der Kreditkarte. Verschuldet zu sein bedeutet damit noch nicht gleich, dass man ein Problem hat. Wer seinen Zahlungsverpflichtungen in einem angemessenen Zeitraum mithilfe seiner Einnahmen oder seiner Ersparnisse nachkommen kann, ist kein Fall für eine Schuldnerberatung. In der Schuldenfalle steckt, wer seine laufenden Kosten mit seinen Einnahmen nicht mehr decken kann – sei es, weil man sich mit Krediten übernommen hat oder weil das Einkommen sinkt oder die Arbeitslosigkeit eingetreten ist. Man spricht hier von Überschuldung. In solchen Fällen kann der Schuldnerberater helfen. Der Schuldnerberater erbringt Leistungen von der einfachen Beratung bis hin zur Abwicklung des gesamten Schriftverkehrs und der Kommunikation mit den Gläubigern und der Bank. Der Begriff des Schuldnerberaters ist damit weiter gesteckt, als er auf den ersten Blick vermittelt. Denn als Schuldnerberater geht man in vielen Fällen über eine reine Beratungstätigkeit hinaus und leistet aktiv Hilfestellung für die Verschuldeten. Konkret bedeutet dies, dass sich der Berater zunächst einen Überblick über die Situation des Ratsuchenden verschafft – über die finanziellen Gegebenheiten genauso wie über die Gründe, die zu den Zahlungsproblemen geführt haben.

Oft funktioniert die Regulierung der Schulden übrigens letztendlich nur über ein Insolvenzverfahren.

Als Schuldnerberater ist man in der Regel für die Stadt oder bei einem Wohlfahrtsverband wie die Caritas tätig, denn zahlen müssen die Verbraucher für die Dienstleistung in den meisten Fällen nicht. Das Gehalt eines Schuldnerberaters variiert abhängig von der Vorbildung und vom Arbeitgeber.

Schuldnerberater werden – Voraussetzungen

Gerade dadurch, dass der Beruf des Schuldnerberaters nicht geschützt ist, eignet er sich gut für Quereinsteiger. Doch gewisse Interessen und Voraussetzungen sollte man trotzdem mitbringen. Als Schuldnerberater muss man sich nicht nur wirtschaftliches und juristisches Wissen aneignen. Man muss auch psychisch belastbar sein, denn die finanzielle Not der Ratsuchenden geht oftmals mit weiteren, zum Teil sehr persönlichen Problemen einher, beispielsweise wenn ein Schicksalsschlag wie der Tod des Ehepartners der Grund für die Überschuldung ist. Feingefühl und eine hohe soziale Kompetenz sind gefragt. Der Schuldnerberater muss das Vertrauen des Ratsuchenden gewinnen können, damit dieser bereit ist, die Situation in vollem Umfang offen zu legen, und der Berater muss unabhängig von den Gründen der Überschuldung Verständnis für die Situation des Ratsuchenden aufbringen und zugleich die persönlichen Schicksale nicht zu sehr an sich heranlassen. Daher kommen viele Schuldnerberater ursprünglich aus dem sozialpädagogischen Bereich und Supervision und ein reger Austausch mit den Kollegen sind ein wichtiger Teil des beruflichen Alltags eines Schuldnerberaters.

Ablauf einer Schuldnerberatung

Ein oberstes Ziel für den Schuldnerberater besteht nicht nur im erfolgreichen Abbau der Schulden, sondern vor allem in der Sicherung eines Existenzminimums des Ratsuchenden.

Zu einer professionellen Schuldnerberatung gehören in den meisten Fällen folgende Bestandteile:

  • Analyse: Der Schuldnerberater verschafft sich einen Überblick über die finanzielle Situation, Gläubigerlisten werden erstellt, Auskünfte der SCHUFA eingeholt, ein Schuldenordner wird angelegt. Einnahmen und Ausgaben werden einander gegenübergestellt. Ein Haushaltsplan wird erstellt und die Führung eines Haushaltsbuchs eingeführt. Zudem wird geprüft, ob die Einnahmen durch Sozialleistungen gesteigert werden können.
  • Priorisierung: Sind alle Unterlagen geordnet und ist die Situation analysiert, werden die Schulden bewertet. Es wird eine Unterscheidung zwischen Primär und Sekundärschulden getroffen und entschieden, in welcher Reihenfolge mit den Gläubigern verhandelt wird.
  • Forderungsprüfung: Ein wichtiger Teil der Schuldnerberatung ist die rechtliche Prüfung der Forderungen und der damit zusammenhängender Verträge.

Wenn gegen den Schuldner bereits Pfändungsmaßnahmen eingeleitet wurden oder ihm Pfändungsmaßnahmen angekündigt wurden, werden zudem Maßnahmen zum Vollstreckungsschutz geprüft und veranlasst.

Der Schuldnerberater arbeitet im Laufe der Beratung mit dem Ratsuchenden eine Strategie zur Schuldenregulierung aus und verhandelt gegebenenfalls mit den Gläubigern (evtl. übernimmt dies der Schuldner auch selbst). Er kontrolliert zudem Rückmeldungen und Fristen von Seiten der Gläubiger.

Schuldnerberatung vs. Insolvenzberatung

Viele Schuldnerberater bieten zugleich auch Insolvenzberatung auf der rechtlichen Grundlage der Privat- oder Verbraucherinsolvenz an. Denn wenn ein Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt werden soll, muss zunächst eine außergerichtliche Einigung versucht werden. Erst, wenn diese scheitert, muss mit dem Antrag die Bescheinigung einer anerkannten Stelle wie von einem Rechtsanwalt oder einer Schuldnerberatung eingereicht werden.

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