Coworking

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Kurzfristiger Trend oder zukunftsorientierte Arbeitsform?

Coworking : Erklärung, Beispiel, TrendDas viel gerühmte digitale Zeitalter schreitet unaufhörlich und mit großen Schritten voran – und es bringt auch weiterhin zahlreiche Veränderungen mit sich. Dabei steht vor allem eine Sache klar im Vordergrund: Die Art und Weise, wie wir arbeiten. Denn während es vor gar nicht allzu langer Zeit nahezu undenkbar war, von Zuhause aus zu arbeiten, verbringen heute immer mehr Arbeitnehmer einen Großteil ihrer Arbeitszeit im heimischen Büro. Doch damit nicht genug, denn da nur die wenigsten Menschen über die notwendige (technische) Ausstattung und Infrastruktur verfügen, um die eigenen vier Wände in einen vollwertigen Arbeitsplatz zu verwandeln, gewinnt das sogenannte Coworking-Modell mehr und mehr an Beliebtheit. Aber was bedeutet Coworking eigentlich genau? Und kann dieser Trend tatsächlich die althergebrachte Arbeitswelt nachhaltig verändern?

Die Digitalisierung hat uns viele neue und zum Teil sogar spektakuläre Ideen und Innovationen gebracht – und die meisten davon sind schon heute schlicht und einfach nicht mehr aus unserem alltäglichen Leben wegzudenken. Dazu gehört auch der neue und zukunftsorientierte Blick auf die Art und Weise, wie und wo wir arbeiten. Die ursprünglich so festgefahrenen Ansichten und der klassische 9to5-Workflow werden mehr und mehr obsolet – dafür verantwortlich ist das sogenannte Coworking, das sich auch hierzulande einer stetig wachsenden Beliebtheit erfreut. Der Grund dafür liegt auf der Hand, denn dank den verfügbaren Technologien wird es für die meisten Menschen verständlicherweise immer attraktiver, ihre Arbeit möglichst flexibel und vor allem ortsunabhängig zu gestalten – egal ob festangestellt oder freiberuflich. Daher wollen wir das Thema Coworking in dem nun folgenden Artikel etwas genauer unter die Lupe nehmen und zeigen, warum dieser Trend schon bald zu einem neuen Arbeitsstandard werden könnte.

Was bedeutet Coworking und wem nutzt das Ganze überhaupt?

Der Begriff Coworking entstand bereits Anfang der 2000er-Jahre in den USA und bedeutet übersetzt soviel wie „zusammen oder gemeinsam(es) arbeiten“, in Verbindung mit einem flexiblen Arbeitsplatz, der nicht an einen gewissen Ort gebunden ist. Coworking steht im Grunde also für eine soziale Bürogemeinschaft, die es vor allem Selbstständigen und Freiberuflern ermöglichen soll, ohne eigenes Büro uneingeschränkt arbeiten und zugleich von der kreativen Gemeinschaft profitieren zu können. Dieser Trend hat sich in der jüngsten Vergangenheit wie ein Lauffeuer ausgebreitet – was nicht zuletzt die über 150 Coworking Spaces in Berlin und die zahlreichen anderen Gemeinschaftsbüros im ganzen Land beweisen. Und damit nicht genug, denn laut einer aktuellen Studie der Global Coworking Unconference Conference (GCUC) werden bis zum Jahre 2022 weltweit mehr als fünf Millionen Menschen auf diese Weise arbeiten.

Darüber hinaus bietet das Coworking-Modell noch einen weiteren Vorteil, der besonders für Freiberufler attraktiv ist: Ein eigenes und zeitlich flexibel anmietbares Büro in direkter Nähe zu dem aktuellen Kunden. Das spart lange Wege und viel Zeit, wenn man beispielsweise an dem Webdesign für seinen Auftraggeber arbeitet und diesbezüglich schnelle Entscheidungen benötigt. Außerdem schafft das Coworking auch für größere Unternehmen vollkommen neue Möglichkeiten. Dazu sagt Fabian Simon, seines Zeichens Gründer und Geschäftsführer der Hamelner Werbeagentur Synatix: „Für Firmen, die ihre Projekte häufig zusammen mit externen Freelancern realisieren, ihnen jedoch keinen eigenen Arbeitsplatz vor Ort zur Verfügung stellen können, ermöglichen Coworking Spaces deutlich freiere und dynamischere Arbeitsabläufe, die ohne diese Gemeinschaftsbüros schlicht und einfach nicht möglich wären“. Ebenso können aber natürlich auch festangestellte Arbeitnehmer auf dieses Räumlichkeiten zurückgreifen, was lange Anfahrtswege ins Büro vollkommen überflüssig macht.

Wie sind Coworking Spaces ausgestattet und was kostet der ganze Spaß eigentlich?

Die technische Ausstattung der meisten Coworking Spaces steht der eines normalen Arbeitsplatzes nicht nur in nichts nach, sondern ist diesem häufig sogar überlegen. Denn neben einer schnellen Internetverbindung, einer kompletten Büroeinrichtung und allen notwendigen Gerätschaften (wie zum Beispiel Drucker, Scanner, Beamer und Co.), hat man außerdem jederzeit Zugriff auf Meeting- und Seminarräume, eine voll ausgestattete Küche und – was vielen Selbstständigen und Start-ups besonders wichtig ist – auf die kreativen Ideen der Gemeinschaft. So ist es beispielsweise auch möglich, mit den anderen Coworkern zusammen an Projekten zu arbeiten und sich auch in anderen Belangen gegenseitig unter die Arme zu greifen. Und laut den Experten der WirtschaftsWoche ist es gerade dieser soziale Aspekt, der das Coworking-Modell so beliebt und erfolgreich macht.

Doch da ein solcher Coworking Space verständlicherweise nicht gratis zur Verfügung gestellt werden kann, bleibt abschließend noch die Frage nach den Kosten. Vorab sei gesagt, dass man sich bei den meisten dieser Bürogemeinschaften tages-, wochen- oder monatsweise einmieten kann (in einigen Fällen ist dies sogar für nur wenige Stunden möglich). Während dieser Zeit hat man dann uneingeschränkten Zugriff auf die gesamte Infrastruktur – und das bei Bedarf sogar 24 Stunden am Tag. Die Mietpreise können je nach Anbieter, Lage und Größe des Büros zum Teil recht stark variieren. Im Schnitt kostet ein sogenannter Tagespass zwischen 15 und 20 Euro, während ein kompletter Monat mit 100 bis 350 Euro zu Buche schlägt. Daher der Tipp: Es kann sich im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen, wenn man die Coworking-Anbieter schon im Vorfeld in Ruhe miteinander vergleicht und sich dann für das passende Angebot entscheidet. Ob und in wie weit das Coworking-Prinzip den eigenen Workflow tatsächlich verbessert, muss am Ende jedoch jeder für sich selbst entscheiden.

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