Geschäftsführer

0
228

Geschäftsführer im LexikonIn Zeiten der Globalisierung, der Fusionierung großer Unternehmen und der großen Präsenz von Mitbewerbern auf dem Markt, wird es nicht nur für Konzerne sondern auch für kleine und mittlere Unternehmen immer wichtiger, die Geschäfte marktorientiert zu führen und zu präsentieren. Kompetente, globale Führungspersönlichkeiten sind gefragt.

Führungskraft

Der Geschäftsführer leitet das Unternehmen und ist im Handelsregister als Führungskraft benannt. Er übernimmt verantwortlich die Führung der Geschäfte und haftet persönlich für alles, was in seinem Verantwortungsbereich geschieht. Unabhängig, ob er Handlungen selbst ausgeführt hat oder ein Mitarbeiter in seinem Verantwortungsbereich. er ist für den reibungslosen Ablauf aller betrieblichen Prozesse verantwortlich. Die wahrzunehmenden Aufgaben sind sehr vielfältig: Strategische Unternehmensführung, Produktion, Technik, Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Vertrieb, Controlling, Einkauf, Logistik, Personal etc.

Die Bestellung von Geschäftsführern ist vor allem bei Kapitalgesellschaften von Bedeutung. Einzelunternehmen und Personengesellschaften sind meistens inhabergeführte Unternehmen. Hier entscheidet schon die Wahl der Gesellschaftsform über die Regelung der Rechte und Pflichten. Bei Aktiengesellschaften gibt es einen oder mehrere Vorstände, die die Geschäfte des Unternehmens führen. Die Bezeichnung Geschäftsführer kommt vor allem bei einer GmbH zum Einsatz.

Geschäftsführer bei einer GmbH

Bei einer GmbH ist der Geschäftsführer das gesetzliche Organ der Gesellschaft. Er führt und vertritt die Geschäfte nach außen. Ohne einen Geschäftsführer ist die GmbH rechtlich gesehen handlungsunfähig.

Da die GmbH eine juristische Person ist, können die Geschäfte ausschließlich von natürlichen, unbeschränkt geschäftsfähigen Personen geführt werden. Diese Personen müssen nicht Gesellschafter sein, sie können sich um die Position auf dem Arbeitsmarkt bewerben und erhalten einen Angestelltenvertrag sowie einen Dienstvertrag als Geschäftsführer.

Bestellung und Widerruf als Geschäftsführer

Die einfachste Form der Bestellung eines Geschäftsführers ist es, ein eigenes Unternehmen zu gründen und sich selbst als Geschäftsführer zu benennen.

Bei einer GmbH mit mehreren Gesellschaftern können ein oder mehrere Gesellschafter als Geschäftsführer benannt werden. Hier ist zu beachten, dass die Aufgabenabgrenzung genau definiert ist, wer wofür persönlich verantwortlich ist.

Wird ein externer Gesellschafter eingestellt, wird zwischen dem Anstellungsvertrag und dem Geschäftsführervertrag differenziert. Der Anstellungsvertrag regelt alle normalen Rechte und Pflichten zwischen dem Angestellten und dem Unternehmer u. a. auch mit Kündigungsschutz und Kündigungsrechten.

Dagegen ist der Geschäftsführervertrag ein Dienstvertrag, der zwischen der Gesellschafterversammlung und dem Geschäftsführer geschlossen wird. Sobald der Eintrag im Handelsregister vorgenommen wurde, ist der Geschäftsführer auch rechtlich verantwortlich. Der Dienstvertrag – die Bestellung des Geschäftsführers – kann jederzeit widerrufen werden. Dies wird bei einer Pflichtverletzung oder gar einem Delikt sehr schnell geschehen. Der Geschäftsführer ist ebenso berechtigt, jederzeit sein Amt niederzulegen. Der Angestelltenvertrag bleibt davon unberührt. Allerdings darf dadurch dem Unternehmen kein Schaden entstehen, ansonsten ist der Geschäftsführer schadenersatz-pflichtig. Falls der Geschäftsführer sein Amt niederlegt oder sein Dienstvertrag gekündigt wird, sollte er im eigenen Interesse dafür Sorge tragen, dass dies nach außen kommuniziert und die Eintragung im Handelsregister gelöscht wird. Solange er im Handelsregister eingetragen ist, solange ist er rechtlich verantwortlich für die Führung der Geschäfte und haftet persönlich dafür.

Qualifikation eines Geschäftsführers

Der Geschäftsführer muss rein rechtlich keine besondere Qualifikation vorweisen. Es gibt wenige Ausnahmen, wie z. B. handwerksrechtliche Bestimmungen. Dennoch werden die Gesellschafter ein Profil erstellen, das beschreibt, was sie von einem Geschäftsführer erwarten. Hierbei spielen persönliche Skills ebenso eine Rolle wie betriebswirtschaftliche Kenntnisse, fachliche Grundbildung, Führungserfahrung, konfliktfreie Kommunikationsfähigkeit und lösungsorientiertes Verhalten. Der Geschäftsführer sollte ein erfahrener Allrounder sein, der sich allen Herausforderungen des täglichen Geschäftslebens lösungsorientiert stellt und den Überblick behält. Unabhängig ob es sich um Bankgeschäfte, Einkaufsverhandlungen oder Mitarbeitergespräche dreht. Er ist nicht gefordert, ein Problem selber zu lösen, er muss es nur erkennen und die Lösungsfindung anleiten. Allerdings ist die moderne Geschäftsführung geprägt von qualitätsbewusstem Verhalten und ISO- und Qualitätsprüfungsverfahren. Es ist also wichtig, dass ein Geschäftsführer Buchhaltungsvorgänge genauso hinterfragen kann wie Produktionsprozesse oder serviceorientierte Abläufe. Dazu braucht es eine gute Ausbildung, ausreichend Erfahrung und Feingefühl für das Umfeld. Er muss seine Ideen und Ziele klar und deutlich formulieren sowie sein Gegenüber überzeugen können.

Soziale Kompetenzen und Führungsverhalten

Kommunikationsfähigkeit, Entscheidungsfreude, Motivationsfähigkeit, Vorbildfunktion und mehr. Er soll den Kundenbedarf genauso verstehen und beachten, wie auch die Bedürfnisse und Ängste der Mitarbeiter, der Gesellschafter, der Lieferanten und Geschäftspartner – sensibel, zielorientiert und entscheidungsfreudig. Ein guter Geschäftsführer versteht es, für seine Mitarbeiter eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, die motivierend wirkt und Leistung überhaupt ermöglicht. Leistungsbereitschaft hängt nicht immer von finanziellen Anreizen ab, sondern mehr von einem harmonischen, fairen, motivierenden Umfeld, vom persönlichen Umgang miteinander. Der Mitarbeiter muss sich wohlfühlen in seinem Team und an seinem Arbeitsplatz. Er muss Respekt und Anerkennung spüren, dann wird er mit Freude und großer Sorgfalt seine Aufgaben verrichten. Die Basis hierfür ist Ehrlichkeit, Fairness und absolute Transparenz. Empirische Führungsstile zeigen oftmals wenig Information, viele geheime Vorgänge, konspirative Sitzungen bis hin zu Bevorzugung und Ausgrenzung einzelner Mitarbeiter. Der Mitarbeiter fühlt sich unsicher und in vielen Fällen entsteht dadurch Misstrauen bis hin zu Existenzangst, psychosomatischen Erkrankungen, Arbeitsausfall, Leistungsabfall. Dies kann durch einen transparenten, informativen, motivierenden, anerkennenden, fairen Führungsstil vermieden werden.

Ein Geschäftsführer braucht für seine verantwortungsvolle Position nicht nur hochschulwissenschaftliche Bildung sondern vor allem eine herausragende Persönlichkeit, um sich positiv und gewinnbringend der Geschäfts- und Machtpolitik zu stellen. Er muss im Sinne des Unternehmens und seiner ihm anvertrauten Mitarbeiter handeln – ganz ohne Eigeninteresse.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here