Kreativitätstechniken

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Kreativitätstechniken, Definition und Erklärung im UnternehmerlexikonKreativitätstechniken sind Methoden, durch die bei Individuen oder in der Gruppe kreative Prozesse stimuliert und beschleunigt werden sollen, um so neue Ideen generieren zu können. Sie schaffen Strukturen, mit deren Hilfe Blockaden aufgehoben, Sichtweisen verändert und neue Lösungswege erschlossen werden können. Sie zielen darauf ab, herkömmliche Sichtweisen zu verlassen und völlig neue Gedankengänge zu erschließen. Sie werden zur offenen Entwicklung von Visionen, Innovationen oder neuer Geschäftsideen in Unternehmen angewandt, jedoch auch bei der Suche nach Lösungen offener Problemstellungen. Kreativitätstechniken sind nicht nur auf einen bestimmten Bereich anwendbar, sondern lassen sich für jede Fragestellung anwenden. Sie finden ihren Einsatz einerseits in Unternehmen, aber auch im politischen Bereich und im Bildungssektor.

Begriffsentwicklung

Der Ausdruck „Kreativitätstechniken“ entstand in den 1970er Jahren; erste Methoden wie das Brainstorming wurden jedoch bereits deutlich früher von Osborn entwickelt, um auf die stets gleichen Probleme in Besprechungen entgegenzuwirken. Seine Methoden hatten bei den Unternehmen großen Erfolg.

Auch heute besitzen Kreativitätstechniken einen hohen Anwendungsbedarf. Studien haben ergeben, dass in vielen Unternehmen das kreative Potenzial ihrer Arbeitnehmer nur unzureichend genutzt wird. Zwar ist belegt, dass die traditionelle Ideenfindung in Unternehmen bei Gruppenbesprechungen aufgrund von Synergieeffekten kreativitätsfördernd wirkt, jedoch können sich in dieser Art der Ideenfindung nicht alle Mitarbeiter aufgrund ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten gleichermaßen einbringen (Überlassen anderen das Wort, trauen sich nicht). Kreativitätstechniken wurden also entwickelt, um das kreative Potenzial aller Mitarbeiter und gleichzeitig Synergieeffekte zu nutzen. Sie zielen darauf ab, völlig neue Ideen zu schaffen, wobei jede Idee von vornherein als gleichwertig anzusehen ist und eine strikte Trennung zwischen der Generierung von Ideen und ihrer Bewertung zu erfolgen hat.

Kreativitätstechniken können einen entscheidenden Beitrag zum Wettbewerbsvorsprung eines Unternehmens leisten. Mittlerweile führen zunehmend mehr Firmen Workshops durch, in denen ihre Mitarbeiter Kreativitätstechniken unter der Leitung eines Trainers erlernen und anwenden; der Gedanke dabei ist, dass „Kreativität erlernbar ist“. Die meisten Kreativitätstechniken erfordern einen Zeitaufwand von ein bis zwei Zeitstunden. Mittlerweile existieren mehr als 200 verschiedene Kreativitätstechniken, von denen jedoch nur einige wenige tatsächlich angewandt werden.

Kreativitätstechniken: Methoden

Verschiedene Kreativitätstechniken: Ideen entwickeln wie Methoden Brainstorming oder BrainwritingDie bekannteste Methode der Kreativitätstechnik, die Brainstorming-Methode, ist die klassische Methode zur freien Sammlung von Ideen. Ihre Entwicklung geht bereits zurück auf die 1930er Jahre in den USA. Ähnlich bekannt ist die Mindmap-Methode, mit der gleichzeitig strukturiert werden kann. Eine weitere Kreativtechnik zur Ideengewinnung ist die Brainwalking-Methode. Diese Methoden eignen sich sowohl zur Alleinarbeit als auch in der Gruppe und zählen zu den vorwiegend intuitiven Methoden.

Eine häufig angewandte Methode stellt auch der von Fritz Zwicky entwickelte Morphologische Kasten dar, mit dem Lösungsmöglichkeiten für komplexe Fragestellungen bearbeitet werden können.
Folgende Methoden sind besonders für die Ideenfindung in Gruppen geeignet und zielen darauf ab, neue Ideen zu generieren und diese aber auch weiterzuentwickeln: Hier ist zum einen die 635-Methode zu nennen. Ein weiteres Beispiel ist das Brainwriting, welches aus der Brainstorming-Methode entwickelt wurde und deren Nachteile berücksichtigt. Bei der Galeriemethode, die 1978 von Hellfritz entwickelt worden ist, werden Grafiken, Skizzen und Tabellen an einer freien Wand präsentiert und über Einzelarbeiten oder Gruppendiskussionen weiterentwickelt und konkretisiert.

Von den vorwiegend intuitiven Methoden unterscheidet man die systematisch-analytischen Methoden. Diese Kreativitätstechniken setzen daran an, einen Sachverhalt hinsichtlich seiner diversen Aspekte hin aufzuteilen und zu betrachten. Bei der 6-Hüte-Methode wird ein Sachverhalt aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, und einen ähnlichen Ansatz verfolgt die von Walt Disney entwickelte Methode des Rollenwechsels (siehe hierzu Artikel zur Walt-Disney-Methode im Lexikon).

Weiterhin gibt es die Umkehrmethoden wie die Kopfstandmethode oder die Flip-Flop-Technik. Diese unkonventionelle Herangehensweise dient der Lösung von Blockaden, weshalb sie von Trainingsteilnehmern besonders gerne durchgeführt werden und hier große kreative Prozesse frei werden.

Welche Methode ist die erfolgreichste?

Studien haben ergeben, dass diejenigen Unternehmen am innovativsten waren, in denen die Mitarbeiter mehrere Kreativitätstechniken anwandten.

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