Fixkosten

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Begriffe wie „Fixkosten“ und Variable Kosten stammen aus der Kosten- und Leistungsrechnung, einem Teilgebiet des Rechnungswesens, das sehr oft unterschätzt wird. Dabei ist es für jeden Unternehmer wichtig zu wissen, welche seiner Produkte zum Gewinn (oder auch Verlust) beitragen und wie sich seine Kosten zusammensetzen. Die Kosten- und Leistungsrechnung ist die Grundlage für die Preiskalkulation der Produkte (siehe hierzu ergänzend auch den Artikel zur Preisbildung im Lexikon).

Die Fixkosten des Unternehmens

Der Aufwand innerhalb einer Unternehmung, der für das Erbringen der Leistung oder die Herstellung der Produkte notwendig wird, wird im Allgemeinen als Kosten bezeichnet. Dabei wird zwischen solchen Kosten unterschieden, die von der produzierten Menge der Waren abhängig sind (variable Kosten) und jenen, die unabhängig davon anfallen.

Diese festen Kosten werden als Fixkosten bezeichnet. Sie müssen in jeder Periode gezahlt werden, wobei es keine Rolle spielt, wie viel Erlöse erzielt werden. Fixe Kosten sind unabhängig von der Auslastung der Fertigung und dem Beschäftigungsgrad. Das bedeutet nicht, dass sie von Monat zu Monat in der Höhe identisch sein müssen. Fixkosten fallen auch dann an, wenn das Unternehmen in den Sommerferien für drei Wochen die Produktion ganz ruhen lässt oder wenn in der Weihnachtszeit die Fertigung wegen der Feiertage gedrosselt wird. Für diese Zeiten muss die Firma eine finanzielle Reserve bilden.

Beispiele für Fixkosten

Welche konkreten festen Kosten ein Unternehmen hat, hängt natürlich vor allem vom Geschäftszweck und der Struktur des Betriebes ab. Wir können hier nur Beispiele nennen, die Aufzählung ist aber keineswegs vollständig. Zu den typischen Fixkosten gehören:

  • Mieten für die Geschäfts- und Produktionsräume
  • Versicherungen
  • Gehälter des Managements und der Verwaltung, des Vertriebs und weiterer Mitarbeiter, die nicht unmittelbar in der Herstellung /Leistungserbringung tätig sind und ihre Vergütung nicht als Stundenlohn ausgezahlt bekommen
  • Zinsen für die Finanzierung von Maschinen
  • Abschreibungen von Anlagegütern, wenn sie nicht leistungsabhängig erfolgt
  • Instandhaltung und Reparaturen
  • Dienstleistungen wie Reinigung, IT-Betreuung, Steuerberatung, Werbung

Kosten können variabel oder fix sein

Nicht immer ist die Einteilung der Kostenarten eines Betriebes eindeutig. Daher sollte sie auch in gewissen Abständen überprüft werden. Es gibt Kosten, die ihr Gesicht wandeln können.

Fixe KostenVariable Kosten
Abschreibungbei einer linearen Abschreibung auf der Grundlage der voraussichtlichen Nutzungsdauerbei der Abschreibung nach Betriebsstunden oder Laufzeit
FuhrparkPKW von leitenden Angestellten, VertriebsfahrzeugeAuslieferungsfahrzeuge, LKW von Speditionen
Energiefür Beleuchtung und Geräte in der Verwaltungfür die Maschinen und Anlagen in der Fertigung

Die fixen Kosten bei der Deckungsbeitragsrechnung

Für jedes Unternehmen ist die Beurteilung ihrer Produkte unter gewinnbringenden Aspekten wichtig. Dabei können verschiedene betriebswirtschaftliche Fragen beantwortet werden:

  • Welche Produkte des Unternehmens haben den größten Anteil am Gewinn?
  • Wie viele Waren müssen hergestellt werden, um unter den gegebenen Voraussetzungen Gewinn zu erzielen?
  • Unter welchen Bedingungen lohnt sich die Annahme weiterer Aufträge?
  • Wenn die Kapazität begrenzt ist, welches Produkt sollte gefördert werden und bei welchem wird die Herstellung gedrosselt?

Für die Deckungsbeitragsrechnung werden ausgehend von den Erlösen des Unternehmens die
variablen Kosten, also die Stückkosten, für die produzierten Mengen abgezogen. Dieser errechnete Deckungsbeitrag steht nun für die Begleichung der Fixkosten zur Verfügung. Reicht er dafür nicht aus, erwirtschaftet der Betrieb einen Verlust:

Die Deckungsbeitragsrechnung kann auch je Stück vorgenommen werden:

Je höher der Deckungsbeitrag eines Produktes im Unternehmen, desto wertvoller ist er für die Gewinnerzielung. Diesem Artikel ist also stets der Vorrang zu geben gegenüber einer Ware mit geringerem Deckungsbeitrag, wenn die Kapazität der Fertigung begrenzt ist.

Sprungfixe Kosten

Idealerweise erfolgt die Kosten – und Leistungsrechnung bzw. eine Deckungsbeitragsrechnung bei einer guten Auslastung der Produktion. Natürlich können sich die Bedingungen aber auch leicht ändern. Dann ändert sich unter Umständen auch die Struktur der Kosten.

Beispiel:
Ein Unternehmen fertigt auf mehreren hochmodernen CNC-Maschinen Komponenten für den Fahrzeugbau. Die Auslastung beträgt 90 Prozent. Die Fixkosten beinhalten derzeit auch eine entsprechende Abschreibung der Anlagen, die Miete für die Gebäude sowie die Gehälter für den Meister der Fertigungslinie. Die Unternehmensleitung konnte einen namhaften Automobilhersteller als Kunden gewinnen. Dieser neue Auftrag lässt sich mit den vorhandenen Maschinen nicht mehr abarbeiten. Zusätzliche Investitionen sind notwendig. Neben einer neuen CNC-Maschine muss eine weitere Werkhalle angemietet werden, außerdem wird ein weiterer Meister eingestellt, der neue Mitarbeiter anleitet und überwacht. Die fixen Kosten des Unternehmens steigen damit sprunghaft an.

Fixe Kosten minimieren

In der Praxis sollte jeder Unternehmer darauf achten, dass seine variablen und fixen Kosten in einem guten Verhältnis zueinander stehen. Natürlich kommt es dabei sehr auf die Branche an. In manchen Wirtschaftszweigen sind hohe Fixkosten üblich, gerade, wenn sie sehr personalintensiv sind. Gehälter gehören in der Regel zu den fixen Kosten. Damit wird die Flexibilität des Unternehmens bei einer Auftragsflaute stark eingeschränkt. Verantwortliche in den Unternehmen können trotzdem Maßnahmen finden, mit denen fixe Kosten in variable umgewandelt werden können. Dazu gehören:

  • Gehälter können teilweise umsatzabhängig gezahlt werden. Neben einer flexiblen Ausrichtung auf die Auslastung des Unternehmens erreicht man hier auch eine zusätzliche Motivation der Mitarbeiter.
  • Flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen eine Anpassung der Arbeitsstunden eines Jahres auf den tatsächlichen Bedarf je nach Auftragslage.
  • Notwendige Investitionen kritisch prüfen, bei zeitweisem Bedarf ist eine Miete günstiger. Anlagegüter, für die es auch später noch einen guten Markt gibt, können besser geleast werden. Gebrauchte Maschinen erzeugen geringere Abschreibungen.
  • Eine mehrschichtige Auslastung von Maschinen und Anlagen erhöht die Effektivität und verteilt die Fixkosten auf viel mehr hergestellt Produkte.

Die Kosten- und Leistungsrechnung hilft Unternehmen bei vielen strategischen Entscheidungen. Kostensenkungen zur Gewinnoptimierung konzentrieren sich oft auf die variablen Kosten. Das muss nicht immer richtig sein. Auch bei den fixen Kosten zeigen sich viele Einsparpotentiale.

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