Recruitment

Recruitment im UnternehmerlexikonFachkräftemangel wird für immer mehr Unternehmen in Deutschland zu einem Problem. Effektives Recruitment gehört deshalb zu den zentralen Aufgaben des Personalwesens in einem Betrieb. Darunter versteht man die Beschaffung einer ausreichenden Zahl von qualifizierten Mitarbeitern, die möglichst kostengünstig und effektiv eingesetzt werden können. Besonders wichtig wird dabei künftig die Nutzung digitaler Kommunikationswege sein.

Soziale Medien werden noch zu selten genutzt

Die Zeiten, da sich junge, hochqualifizierte Nachwuchskräfte „nur“ mit der Aussicht auf gutes Gehalt und Aufstiegschancen zu Unternehmen locken ließen, gehören der Vergangenheit an. Viele Betriebe offerieren mittlerweile externe Freizeitangebote, Kurztrips auf Firmenkosten, exklusive Weiterbildungsmaßnahmen auch außerhalb des eigentlichen Berufsbildes, flexible Arbeitszeiten und vieles mehr, um sich die besten Mitarbeiter der Zukunft zu sichern. Manche Unternehmen loben sogar für Auszubildende bei Lehrstellantritt einen Kleinwagen als „Prämie“ aus.

Von immer stärkerer Bedeutung – und häufig noch zu wenig genutzt – sind allerdings Recruitment-Methoden, die auf soziale Medien wie Facebook und sogenannte Online-Assessment-Verfahren wie zum Beispiel Videointerviews als Einstellungsgespräche setzen. Auch tauschen sich viele Stellensuchende auf einem der zahlreichen Arbeitgebervergleichsportale über Unternehmen ihres Interesses aus. Wer hier mit positiven Bewertungen punkten kann, hat einen Vorteil, wie etwa das Beispiel der Finanzdienstleisters Swiss Life Select auf dem Portal kununu.com zeigt. Hier werden Kriterien wie Arbeitsatmosphäre, Vorgesetztenverhalten, Aufgabengebiete, aber auch das Umwelt- und Sozialbewusstsein von Swiss Life Select bewertet.

Perfekt gestaltete Webseite als elektronische Visitenkarte

Grundlage einer gelungenen Unternehmenspräsentation im Internet ist hier wie bei allen anderen Unternehmen jedoch nach wie vor eine professionell gestaltete Webseite. Für online-affine Bewerber ist sie die elektronische Visitenkarte des Betriebs. Ein fehlerfreier, optisch ansprechender und übersichtlich gestalteter Auftritt ist ein absolutes Muss.

Unter den Social-Media-Kanälen, auf denen Unternehmen nach Mitarbeitern suchen, wurde Facebook im Jahr 2016 mit 38 Prozent am häufigsten genutzt. Es folgen die Plattformen Xing, YouTube, LinkedIn und Twitter. Doch auch diese Kommunikationswege gelten beinahe schon wieder oldschool. Neuer Trend: Unter dem Stichwort „Gamification“ haben schon einige Unternehmen für ihr Recruitment eigene Onlinespiele entwickelt, die sich via Facebook und Co abrufen lassen. Sie informieren auf spielerische Weise über die jeweilige Firma, den ausgeschriebenen Job und die damit verbundenen Aufgaben.

Bewerber interessiert ausgewogene Work-Life-Balance

Als Alternative zum persönlich geführten Vorstellungsgespräch haben sich in jüngster Zeit Video-Interviews etabliert. Zumindest bei der Kandidaten-Vorauswahl nutzen Unternehmen wie Bewerber diese Möglichkeit gern, spart sie doch Reisekosten und Zeit – ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Denn eine freiere Zeiteinteilung ist der sogenannten Generation Millenium, die als erste komplett in einer digitalisierten Welt aufgewachsen ist, enorm wichtig. Stichwort Work-Life-Balance: Eine ausgewogene Gestaltung von Arbeit und Freizeit zu garantieren wird als Mittel modernen Recruitments immer wichtiger. Beleg dafür: Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sind für lediglich 19 Prozent der heute unter 30-Jährigen Job und Karriere die wichtigsten Aspekte im Leben. Flexible Arbeitszeitmodelle sind heutzutage elementarer Bestandteil eines Komplettangebots, mit dem Firmen die besten Fachkräfte binden können.