Gewinn

Gewinn oder Verlust?Der Gewinn ist eine der wichtigsten Finanzgrößen in den meisten Unternehmen. Gewinne zu erzielen oder auch die sogenannte Gewinnmaximierung sind die zentralen Motivationen vieler Unternehmer und Existenzgründer. Ohne Gewinne kann ein Unternehmen auf Dauer nicht überleben. Alle anderen Unternehmensziele wie gute Qualität, hohes Wachstum oder auch ethische Gesichtspunkte setzen immer voraus, dass ausreichende Gewinne erwirtschaftet werden können (bzw. diese Unternehmensziele sind nur Zwischenschritte auf dem Weg zur Gewinnerzielung). Über den Weg zu hohen Gewinnen einer Unternehmung gibt es viele verschiedene Vorgehensweisen und Ratschläge. Welcher davon sich als gewinnbringend erweist, entscheidet allein der Markt.

Umsatz und Kosten

Der Gewinn (siehe hierzu auch Artikel Betriebsergebnis im Lexikon) ist das Rechenergebnis aus der Differenz von Umsatz und Kosten. Negativer Gewinn ist Verlust. Umsätze oder auch Erlöse erzielen die Unternehmen durch den Verkauf ihrer Produkte oder Dienstleistungen auf dem Markt. Erlöse sind nichts anderes als die mit Preisen bewerteten Absatzmengen eines Anbieters.

Beispiel:
Verkauft zum Beispiel eine Firma 250 Laptops zum Preis von jeweils 500 Euro, so ergibt sich ein Umsatz oder Erlös von 125.000 Euro.

Üblicherweise werden Verkäufe mit der Umsatzsteuer belegt, sodass man auch von Nettoumsatz bzw. Bruttoumsatz (siehe hierzu Artikel Brutto und Netto im Unternehmerlexikon) spricht, je nachdem, ob die Umsatzsteuer nicht enthalten bzw. enthalten ist. Umsätze sind die eine Seite der Berechnung. Den Umsätzen werden nun die Kosten gegenübergestellt. Kosten entstehen, wenn Unternehmen für die Produktion der eigenen Gütern oder der Bereitstellung der eigenen Dienstleistungen, fremde Güter oder Dienstleistungen einsetzen müssen.

Beispiel:
Im Laptop Beispiel wären alle Produkte der Zulieferbetriebe, die Löhne und Gehälter der eigenen Mitarbeiter, die Mieten für die Räumlichkeiten etc. Kosten. Im Beispiel sollen die Kosten für die Laptop produzierende Firma 100.000 Euro hoch sein. Vereinfachend gehen wir davon aus, dass diese Firma nur diese 250 Laptops produziert und davor sowie danach nicht mehr existiert. Dann hat unsere Firma einen Gewinn von 25.000 Euro erzielt.

Gewinn als Kennzahl

Gewinn, Kennzahl im UnternehmerlexikonIn der Realität ist es natürlich wesentlich komplexer, den Gewinn für ein Unternehmen zu ermitteln. So werden Unternehmen über einen längeren Zeitraum existieren und ganz unterschiedliche Produkte oder Dienstleistungen erstellen. Die jeweilige Zuordnung der Kosten zu bestimmten Perioden und Produkten ist die Aufgabe der Kostenrechnung und der Finanzbuchhaltung. Die Bedeutung des Gewinns als wichtige Kennzahl (kurz auch KPI also Key Perfomance Indicator) ist sehr hoch. Sie entscheidet, ob bestimmte Produkte weiter produziert und auf den Markt gebracht werden, wie hoch die anfallenden Steuern sind oder ob eine Firma als zukunftsfähig angesehen wird oder nicht. Dabei ist allerdings nicht der Gewinn alleine aussagekräftig genug, sondern die Relation von Gewinn zu einer anderen Größe. Dabei gibt es sehr viele Möglichkeiten.

Beispiel: In unserem Beispiel soll der Gewinn von 25.000 Euro im Jahr 2013 erzielt worden sein. Hat unsere Firma im Jahr 2012 einen Gewinn von 50.000 Euro gemacht, dürften in der Unternehmensführung die Alarmglocken läuten. Anders sähe es aus, wenn die Laptop Firma ein Startup ist und bereits im ersten Jahr ihrer Existenz diesen Gewinn erwirtschaftet hätte. Wiederum anders stellt sich die Situation dar, wenn zwar die Firma ein Startup ist, aber im Businessplan ein Gewinn im ersten Jahr von 40.000 Euro prognostiziert worden war.

Es ist also immer wichtig den Gewinn in Beziehung zur richtigen Bezugsgröße zu setzen. Neben Perioden kommen dafür auch produzierte Stückzahlen, betriebliche Kosten oder andere Kennzahlen in Betracht. In der Kostenrechnung wird versucht den Gewinnbeitrag eines jeden Produktes zu berechnen. Dieser Gewinnbeitrag wird auch als Deckungsbeitrag bezeichnet. Wie komplex das werden kann, erkannt man schnell, wenn man sich große Einzelhandelsunternehmen vor Augen führt. Da Gewinne ja immer eine Gegenüberstellung von Umsätzen und Kosten sind, müssen folglich alle anfallenden Kosten mit Hilfe von bestimmten mathematischen Verfahren zu den einzelnen Produkten des Einzelhändlers zugeordnet werden. Das ist vor allem bei den allgemeinen Kosten wie Miete, Stromverbrauch oder Personalkosten (siehe hierzu z.B. Artikel Fixkosten und variable Kosten im Unternehmerlexikon) nur mit der Verwendung von möglichst plausiblen Annahmen (Schlüsseln) möglich.

Weiter Gewinnbegriffe

Gewinne spielen bei der Bemessung der Steuerlast für Unternehmen eine entscheidende Rolle. Kleingewerbetreibende (siehe Artikel Kleingewerbe im Unternehmerlexikon) und Inhaber der freien Berufe wie Ärzte und Rechtsanwälte erstellen daher eine Gewinn- und Verlustrechnung bei der im einfachsten Fall alle Einnahmen den Ausgaben eines Geschäftsjahres gegenübergestellt werden. Man nennt diese Berechnung daher auch Einnahmen-Überschussrechnung (§ 4 Abs. 3 EStG) - kurz auch als EÜR bezeichnet. Aus dem Überschuss (Gewinn) ermittelt das Finanzamt die zu zahlende Einkommenssteuer der Unternehmer. Größere Betriebe, die von Kaufleuten im Sinne des Handelsrechts (siehe hierzu Artikel HGB und Handelsregister im Unternehmerlexikon) betrieben werden, müssen ihre Gewinne anhand der doppelten Buchführung ermitteln. Dabei wird eine Bilanz erstellt, in der alle betrieblichen Vermögen (Aktiva) und Verbindlichkeiten (Passiva) aufgelistet sind. Der Gewinn wird mittels der Gewinn- und Verlustrechnung errechnet. Aus der Bilanz einer Kapitalgesellschaft ergibt sich der Bilanzgewinn oder –verlust. Nur der Bilanzgewinn kann bei einer Aktiengesellschaft (siehe hierzu Artikel AG im Unternehmerlexikon) an die Aktionäre in Form der Dividende ausgezahlt werden. So gesehen ist auch die Dividende eine Gewinngröße. Sie bestimmt zu einem erheblichen Anteil den Aktienkurs.

Siehe auch Artikel EBIT , Gemeinkosten , Deckungsbeitrag , Preisbildung und Umlaufvermögen im Lexikon.


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